Patrick Wieland sorgt für zündende Rhythmen
In der Flussmeisterei wir Funk & Soul vom Allerfeinsten geboten. Konzertreihe kann wohl weitergehen
Von Michael Peter Bluhm
Der Local Hero Patrick Wieland rief und seine Soul & Funk-Fans kamen in Scharen in den Kulturbiergarten am Jahnufer, um ein großartiges Konzert mit seiner Ausnahmeformation „Weeland & the Urban Soul Collective“ zu erleben, das mit einer musikalischen Hommage an Amy Winehouse endete und Gänsehaut pur erzeugte.
Man darf ja auch ein bisschen Wetterglück haben, wenn man zu Hause spielt. Im letzten Jahr musste der Gitarrist, Songwriter und Produzent Patrick Wieland noch in den Schuppen der Flussmeisterei ausweichen, um ein paar Kostproben aus seinem neuen Album „The Golden Sessions“ zu geben, weil das im Herbst 2010 auf den Markt kam. Es regnete in Strömen. Das Album (Soullab) schlug in der Fangemeinde ein wie eine Rakete.
Für dieses Projekt scharte der Ulmer Musiker, der als begehrter Studiomusiker mit den Fantastischen Vier und Max Herre zusammengespielt hat, Elitemusiker um sich: Allen voran die charismatische Sängerin Brandy Butler aus Philadelphia, die in der Schweiz lebt, wo auch der Funksänger und Gitarrist Raphael Jacob zu Hause ist. Dieses Trio versteht sich mit Martin Stumpf am Bass, der auch für Max Mutzke spielt, und Hendrik Snock am Schlagzeug blind und produziert Musik aus einem Guss.
In dieser Formation traten sie auch am Donnerstagabend im Kulturbiergarten auf und hatten dieses Mal das Wetterglück auf ihrer Seite. Ein herrlicher Sommerabend war der passende Rahmen dieses Konzertes, das im Zeichen musikalischer Perfektion und Hingabe der Musiker und einer Sängerin stand, die durch ihre rauchzarte bluesige Stimme bestach. Die Kompositionen dieses Musikkollektivs bewegen sich im Bereich des Funk und Soul, aber keineswegs im nostalgischen Sinne, die Siebzigerjahre wieder aufleben zu lassen.
Patrick Wieland & Co verpassen diesen Stücken einen zeitgemäßen Schliff, bauen jazzige und Hip-Hop-Elemente ein und es gelingt der Band, Musik zu kreieren, die Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Vielen juckte es bei den groovigen Rhythmen am Donnerstagabend in den Beinen, doch schwäbische Zurückhaltung dominierte eine Zeit lang, sich auch bewegungstechnisch auf diese zündenden Rhythmen einzulassen, bis dann doch die Dämme brachen und der Kulturgarten zu einem Tanzboden wurde.
Am Rande des Konzerts wurde bekannt, dass die Konzertreihe im Kulturbiergarten überraschenderweise auch im nächsten Jahr stattfinden könne. Die Stadtverwaltung Neu-Ulm habe allen Lärmbeschwerden zum Trotz dafür grünes Licht gegeben. Für die weiteren Jahre werde für diese beliebten Events ein neues Quartier gesucht. Die Stadt sei da ganz auf der Seite der Veranstalter, hieß es.