KOMMENTAR: Schnell und ehrlich entscheiden
Eines ist bei der Suche nach einer Alternative für die Flussmeisterei notwendig: Dass man den Veranstaltern des sommerlichen Kulturprogramms reinen Wein einschenkt. Während Bürgermeister Hölzel ihnen Sand in die Augen streut, davon spricht, dass der Platz im nächsten Sommer nochmals bespielt werden könnte, ist für den künftigen Eigentümer des Geländes, die Realgrund, klar: Wir bauen, sobald die Genehmigung da ist. Dann fällt im Juni 2012 der Vorhang.
Die CSU-Fraktion hat einen Antrag formuliert, der im Stadtrat rasch diskutiert werden muss. Alle drei vorgeschlagenen Alternativen haben Charme und eines gemeinsam: Sie sind machbar, aber das Schaffen der Infrastruktur wird mehr oder weniger teuer sein. Die Politik muss klären, wieviel Geld ihr so ein Platz wert ist.
Die Zentralität der Flussmeisterei bringt nur der Schwal auf der Donauinsel. Die Caponniere und die Rasensenke im Glacis hätten den Vorteil, dass ein Teil der Infrastruktur vorbereitet ist. Die Nachteile beider Standorte liegen auf der Hand: die Nähe der Wohnbebauung. Die Macher des Flussmeisterei-Programms liebäugeln mit dem Donaubad-Gelände, das allerdings am weitesten von beiden Innenstädten entfernt liegt.
Der Stadtrat hat keine leicht zu lösende Aufgabe vor sich, aber eine reizvolle. Denn so ein Platz, egal ob für ein sommerliches Kulturprogramm oder ein weihnachtliches Mittelalterspektakel, stünde Neu-Ulm weiter gut zu Gesicht.