Flussmeisterei: Subversion in Perfektion
Auch wenn das Wetter nicht mitspielte und ein heftiger Wolkenbruch alle Pläne zunichte machte, den Saisonstart des Kulturbiergartens Flussmeisterei unter freiem Himmel zu feiern: Das Eröffnungskonzert der chilenischen Band Keko Yoma war ein Auftakt nach Maß. Denn zum einen zeigte es, wie konzerttauglich der Flussmeisterschuppen ist, in den die Konzerte bei Regen verlegt werden. Zum anderen legten die fünf Chilenen aus Valparaiso die Messlatte recht hoch - was den Spaß der Zuhörer, aber auch was das Geschehen auf der Bühne angeht.
Keko Yoma ist eine Band der Widersprüche. Auf der einen Seite wird da scheinbar auf gut Glück losgerumpelt, mit punkig-lässigen Freiheiten im Detail. Auf der anderen Seite halten sich die Musiker dabei peinlich genau an die Arrangements, agieren punktgenau in einer Bühnenchoreografie, die aber so gar nichts vom US-Hochglanzpop hat und bewusst damit spielt, dass Chile nicht zu den G-8-Staaten zählt. Anstelle von Lichteffekten wird da eben mal Konfetti geschmissen, um Akzente zu setzen. Und neben den eigenen Songs drehen die fünf Chilenen auch lustvoll allerlei aus den Hitparaden durch den Punk-Fleischwolf: Michael Jackson, Guns n Roses oder Metallica bekommen ihr Fett ab. Dabei wird nicht dilettiert, sondern auf hohem Niveau persifliert. Subversion in Perfektion. HELMUT PUSCH